Methodisches Vorgehen

Die Jugendlichen werden in engem Kontakt mit professionellen HandwerkerInnen arbeiten, um dabei berufsrelevante Lebens- und Arbeitssituationen zu erfahren. Die Heranführung an die Arbeitssituationen erfolgt schrittweise. Jede HandwerkerIn wird für die Teilnehmenden zuerst eine Einführung in ihr spezielles Handwerk geben. Danach bekommen die Jugendlichen Anweisungen, wie sie zunächst einfache Arbeiten im jeweiligen Gewerk ausführen können. Je nach persönlichem Geschick und persönlicher Motivation wird sukzessive weitere Verantwortung übertragen.

Einige Mitarbeitende der Ziegelhütte, die selber handwerkliche Erfahrung haben, stehen den jeweiligen HandwerkerInnen bei Bedarf und als „Betreuungsressource“ für die Jugendlichen zur Seite. Dadurch multipliziert sich zum einen die Fachaufsicht. Andererseits können wir so spontan auf die persönlichen Bedürfnisse der Jugendlichen reagieren, sollte sich z.B. gerade eine Blockade entwickeln.

Die anleitende HandwerkerIn wiederum wird hier Lernende, denn sie wird anhand solcher lebenspraktischen Situationen sensibilisiert, später adäquat damit umzugehen. Selbstverständlich erhält jede HandwerkerIn vorab eine persönliche Einführung, die sie schon vorab sensibilisiert. Die auftretenden Situationen werden mit den HandwerkerInnen persönlich nachbesprochen, um ihre Kompetenz im Umgang mit den Jugendlichen weiter zu vertiefen. Dabei wird auch das Thema „Gleichstellung der Geschlechter“ besprochen und die geschlechterspezifischen Bedürfnisse thematisiert.

Nach dieser sachten Heranführung an berufspraktische Arbeitssituationen gehen die Jugendlichen mit einem stärkeren Selbstvertrauen in die Praktikumsphase in einem externen Betrieb. Auch diese neuen Erfahrungen können sie nach ihrer Rückkehr in unserem Projekt nochmals vertiefen und sich parallel weiter beruflich orientieren.

Berufsfelder

Die Jugendliche lernen unter Anleitung von Fachleuten und mit Unterstützung von Pädagogen/innen der Einrichtung diverse Handwerke kennen:

- Gerüstbauer/in
- Zimmermann
- Dachdecker/in
- Restaurator/in
- Statiker/in
- Flaschner/in
- Elektriker/in
- Schlosser/in
- Maurer/in
- Tiefbau/Betonbau
- Heizungsbau
- Fliesenleger/in
- Feuerwehr/Brandschutz
- Filmemacher/in/Dokumentator/in
- Sozialpraktika (Kiga, Altenheim, Tierheim, …)
- Berufspraktika

Beispiele von Lernfeldern
Zimmererhandwerk:
Im Umgang mit alten Holzverbindungen und handbehauenem Bauholz können Techniken erlernt werden, die diesem Beruf zugrunde liegen. Das Verständnis für Statik wird beim Fachwerkbau sinnlich erlebt.

Maurerhandwerk: Das Erstellen neuer Fundamente unter eine bestehende Holzkonstruktion sowie das Ausmauern der Gefache in der Fachwerkwand beinhaltet viele Arbeitsschritte, die auch für Laien viele Arbeitsmöglichkeiten bieten und die durch den Einsatz verschiedener Baumaterialien (Naturstein, Ziegelstein, Lehm, Beton) den Maurerberuf, den Beruf des Tiefbauers näher bringen.